Du bist ein Berliner! 10 Dinge, an denen wir Hauptstadtkinder erkennen

Ich bin eher dörflich aufgewachsen. Daher finde ich es mitunter schwer nachzufühlen, wie die Kindheit in der Großstadt wirklich ist. So denke ich oft, die Stadt sei zu laut, zu verbaut, zu voll und zu groß. Eltern, die selber in Berlin groß geworden sind, teilen diese Gedanken selten, ist meine Erfahrung. Und die Hauptstadtkinder selbst? Sie kennen das Leben in der Stadt von Grund auf, stellen es selten in Frage und werden den Geburtsort Berlin immer mit sich tragen.

Mit einem Augenzwinkern habe ich verschiedene Eigenschaften an meinen Kindern entdeckt, die sie als original Hauptstadtkinder ausweisen und die sie unmittelbar mit einer Kindheit in Berlin verbinden. Und das sind sie:

10 Dinge über Kinder aus Berlin

1. Lieblingsessen Currywurst

Es gibt viele, viele regional berühmte Speisen, die mein Hauptstadtkind nicht einmal probieren würde. Nordseekrabben, Maultäschle, Thüringer Klöße mit Bratensoße. Nach Brandenburg Pilzesammeln gehen wäre genauso aussichtslos wie eine Bremer Grünkohlfahrt. Aber Berliner Currywurst ist für das Berliner Kind die größte Delikatesse, die Imbissbude Curry 36 das „beste Restaurant der Stadt“. Vielleicht kleben wir dort bald 5 Sterne auf.

2. Berufswunsch Spätiverkäufer

Weiter als einmal quer über die Straße muss man in Berlin selten gehen, um zum nächsten Späti zu gelangen. Das Wort, welches es sogar in den Duden geschafft hat, beschreibt den typischen Berliner Kiosk, in dem sich Bierkästen stapeln, es Zeitschriften, Ninjago-Sammelkarten und Süßigkeiten gibt und daneben versteckt das Angebot eines ganzen Tante-Emma-Ladens. Es versteht sich beinahe von selbst, dass der Berufswunsch des Berliner Kindes Spätiverkäufer ist. Oder nicht? Dann hier seine Gründe:

  • Spätiverkäufer müssen unermesslich reich sein
  • Sie dürfen die ganze Nacht wach bleiben
  • und das inmitten von Süßigkeiten

3. Berliner Klang und Gesang

Pack die Badehose ein, nimm Dein kleines Schwesterlein und dann nischt wie raus an’Wannsee. Ja wir radeln wie der Wind durch den Grunewald geschwind und dann sind wir bald am Wannsee…

singt die Hauptstadttochter voller Inbrunst und absolut textsicher. Dabei ist der alte Conny Froboess Schlager nur eines ihrer Lieder, die aus dem typisch Berliner Fundus stammen. Wenngleich das Schönste! Aber auch Bolle wird zu Pfingsten von seiner Ollen verdrescht. Und mit Radio Teddy hören die Berliner Kinder begeistert ihren eigenen Radiosender. Nun ja, mir ist der Berliner Radiosender „nur für Erwachsene“ ja lieber, aber ich freue mich auch, dass die Kinder meine Radioliebe teilen.

4. Politik und Geschichte in FarbeHauptstadtkinder

Die Trennung in Ost- und Westberlin ist Geschichte und sie war es schon lange, bevor die Hauptstadtkinder zur Welt kamen. Aber sie kennen die Berliner Mauer, den Rosinenbomber, den mahnenden Turm der Berliner Gedächtniskirche und sie sehen, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, in Frieden zu leben. Aber auch, dass man Mauern überwinden kann. Und an so vielen Ecken mehr blitzt in der Stadt die Geschichte auf und lädt ein, mit den Kindern gemeinsam politische Themen zu entdecken. Nutzt diese Orte und kommt mit Euren Kindern ins Gespräch, über Krieg, Freiheit und Demokratie. Berlin macht es uns einfach.

5. Gelebtes Multikulti

Ein Punkt, der zu dem obigen gehört, ist die multikulturelle Vielfalt, mit der die Hauptstadtkinder aufwachsen. Der Hauptstadtsohn kann „Happy Birthday“ auf englisch, deutsch, arabisch und türkisch singen. Er hat Schulfreunde, die sich an den syrischen Strand zurück sehnen und welche, deren Familien schon seit Generationen in Berlin wohnen. So wachsen die Hauptstadtkinder weltoffen auf. Doch die zunehmende Gentrifizierung des Innenstadtbereiches setzt diesen Punkt unter Druck. Und das wäre Stoff genug für weitere Artikel.

6. Slalommeister

Wer wie die Hauptstadtkinder Fahrradfahren auf vollen Bürgesteigen lernt und zugleich noch zu einer rücksichtsvollen Verkehrsteilnahme erzogen wird, der ist eindeutig Meister in der Slalomkunst. Und das bleibt wohl auch noch ein Weilchen so, bevor die Kinder groß genug sind, um in Gänze die Fahrradstreifen nutzen zu können. Ein bisschen Rücksicht von manchen Berliner Passanten wäre übrigens manchmal auch ganz nett. Der Bürgersteig ist nunmal für alle da.

7. Lieblingsverein? Alle.

Wie vielerorts begeistern sich auch Berliner Kinder fürs Fußballspielen. Hier schrieb ich schon mal darüber, dass der Platz dafür in der Großtadt mitunter schwer zu finden ist. Doch erkennt man Berliner Kinder auch am Lieblingsverein? Nein, Hertha liegt gegen Dortmund, Bayern oder fast alle Teams weit zurück. Beliebt sind die Kiezvereine, bei denen die Kinder auch selbst spielen können. Oder die Heimatvereine der zugezogenen Eltern, so viel Erziehung ist eben doch noch drin 😉

8. Ich wünscht‘ ich wär‘ 6 Jahre alt

Oftmals wollen Kinder größer sein, als sie sind, manchmal auch kleiner. Die Hauptstadttochter möchte vor allem eines sein: 6 Jahre alt. Und das hat einen ganz schlichten Grund, denn mit 6 Jahren brauchen Kinder ein eigenes Fahrticket für die BVG, also für U- und S-Bahn, Busse, Straßenbahnen. Dieses sind allesamt sehr beliebte Fortbewegungsmittel. Und ein eigenes Ticket darf man selbst abstempeln, das ist viel aufregender, als auf meiner Umweltkarte mitzufahren, die immer im Portemonaie bleibt.

9. Sind wir noch in Deutschland?

Berlin ist einfach so groß, dass die Hauptstadtkinder außerhalb der Stadtgrenzen als erstes fragen: Sind wir noch in Deutschland? Und welche Sprache spricht man bei den Großeltern in Hamburg? Man kann schließlich sehr, sehr lange durch Berlin fahren, in der Vorstellung ergibt das schon ein Land. Dennoch ernteten die beiden schon schräge Blicke, zum Beispiel, als sie im Urlaub in der sächsischen Schweiz erzählten, dass wir gerade nur Ferien machen und normalerweise in Deutschland wohnen.

10. Pfannkuchen sind Berliner sind Krapfen und Eierkuchen sind Pfannkuchen.

Und woran erkennen wir, dass orginal Berliner Kinder oft auch nur Kinder von Zugezogenen sind? Pfannkuchen bleiben Berliner und Eierkuchen bleiben Pfannkuchen. So heißt das eben, da fällt der Apfel dann doch nicht weit vom Birnbaum.

Erkennt Ihr Eure Berliner Kinder in diesen Punkten wieder? Oder was verbindet Eure Kinder mit dem Ort, an dem sie aufwachsen?

Ich bin gespannt!

Eure Svenja


Titelbild und Pfannkuchen: pixabay.com

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3 Kommentare zu “Du bist ein Berliner! 10 Dinge, an denen wir Hauptstadtkinder erkennen

  1. Elisabeth

    Ich bin gespannt, wie unser in Berlin geborenes Hauptstadtkind mit zugezogenen Eltern sich entwickelt. Und ob Stadt oder Land hat doch immer beides Vorteile und Nachteile. Den Sommer hat er übrigens in dem wunderschönen und von uns sehr geliebten grünen Langarm Shirt verbracht, langsam spannt es über dem Bauch und wird etwas kurz. Danke noch mal für den Gewinn! 🙂

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    • Hauptstadtpflanze Author des Beitrags

      Was für eine schöne Nachricht, dass Ihr Freude an dem Shirt hattet, danke Dir! Und hach, sie werden eben so schnell groß, unsere Berliner! Liebe Grüße, Svenja

      Antwort
  2. Pingback: #bestofElternblogs November 2017 – Die Kellerbande

Vielen Dank für Deinen Kommentar!