Faktencheck: Adventszauber oder Weihnachtsstress

Momentan ist es ruhig auf dem Blog. Liegt es daran, dass die Adventszeit bei uns zu stressig oder zu besinnlich zum Schreiben ist? Die Antwort liegt – wie so häufig – genau in der Mitte. Zumindest ist das meine Vermutung, heute werde ich dieser Frage mal genauer nachgehen und den vorweihnachtlichen Alltag unter die Lupe nehmen. Wie feierlich ist der Advent mit zwei Kindern in Berlin, wie nah liegen romantische Erwartungen und chaotische Wirklichkeit beianander?

Advents-Check zum 4. Adventswochenende

Stress oder Vorfreude, Lametta oder verkohlte Kekse, Hektik auf Arbeit oder Kerzenschein daheim, wie verhält es sich denn nun in den vier Wochen vor Weihnachten? 6 Vorstellungen kommen auf den Prüfustand:

1. In der Vorstellung sind die Straßen und Häuser festlich geschmückt, bestenfalls liegt Schnee, allüberall glitzern Lichter.

Aber eigentlich sieht es aus wie immer hier in Kreuzberg, lediglich vereinzelte Lichterketten sind in den Fenstern zu sehen, keine Plastikweihnachtsmänner klettern an Balkonen hoch und auf den Straßen liegt statt Schnee mal wieder so viel Müll, dass die Kinder schon glauben, die Olchis sind in die Nachbarschaft gezogen. Immerhin haben wir bei uns zu Hause ein bisschen Schmuck. Gebastelte Schneeflocken an den Fenstern und gleich zwei Adventskränze trösten darüber hinweg, dass die vom Haupstadtmann seit Jahren angekündigte, selbst geschnitzte Krippe noch nicht da ist. Ähem.

2. Kekse werden gebacken. Viele Bleche voll.

Ja! Wir haben schon viele Kekse gebacken in diesem Advent. Und sie so verziert, wie es sich gehört, mit viel bunten Zuckerperlen und Streuseln. Andere Sorten Kekse auch, sogar Waffeln. Und trotzdem sind die Dosen bereits wieder leer. Wie schafft Ihr das bloß, Kekse auf Vorrat zu backen?

3. Kling Glöckchen und Stille Nacht, es erklingen die schönsten Weihnachtslieder.

Zwei Gesänge hat die Haupstadttochter im Dezember mit aus der Kita gebracht: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“ und „Hörst Du die Regenwürmer husten?“ Beide hat sie mit großer Begeisterung gesungen. Meine Versuche, mehr „oh du fröhliche“ einzubringen, sind bisher im Sande verlaufen. Wie erklären wir das der Oma am Heiligabend? Besser schnell die Kehrtwende schaffen, noch eine Woche, um textsicher zu werden!

Adventszauber

Lasst uns froh und munter sein: vorm Nikolaustag war mehr Gesang

4. Wir besorgen und basteln Geschenke, die in geheimen Verstecken auf ihren großen Moment warten.

Stets freue ich mich vor großen Festen darauf, Geschenke für die Kinder auszusuchen und dann, wenn es  soweit ist und ich im Laden stehe, erscheint mir der ganze Konsum, das ganze Plastik, der ganze Überfluss plötzlich so falsch und ich finde es schwer, mich für etwas zu entscheiden, was ich wirklich von Herzen schenken möchte. Dieses Jahr aber läuft es erstaunlich gut, wir liegen mit den Geschenken gut in der Zeit und ich bin ganz zufrieden mit der Auswahl. Ja, geheime Verstecke gibt es auch. Und heute kamen zwei Pakete von der Familie an. Ich freue mich darauf, wenn die Kinder alles auspacken werden. Und wir Erwachsenen schenken uns wenig oder gar nichts, das reduziert den Geschenkeberg sehr.

5. Weihnachtsfeiern, Freunde sehen, Bastelnachmittage – im Advent jagt ein Termin den nächsten.

Dieses Jahr halten wir uns im Advent mit Verabredungen zurück, oft verbringen wir die Nachmittage nach der Schule, Kita und Arbeit auch gerne gemütlich zu Hause. Wir treffen weniger Freunde als im Sommer, wenn wir die Nachmittage auf Spielplätzen verbringen, ein Stück ruhiger, ein Stück zurückgezogener, mit gezielteren Verabredungen. Und das ist gar nicht schlecht, weil Schule und Arbeit fordernd sind. Und weil ich die Zeit in diesem Advent nutzen konnte, Freundinnen zu treffen, die mir viel bedeuten, die ich sonst zu selten sehe. Mit Glühwein, Weihnachtsmarkt und ohne Kinder, nur für mich. Vielleicht nimmt auch das den Stress aus dem Advent.

6. Nie stehen die Kinder so früh auf wie im Advent, denn der Adventskalender lockt.

Das hat funktioniert, zwei Tage. Inzwischen müssen wir die Kinder wieder wecken, um rechtzeitig zu Kita, Arbeit, Schule zu kommen. Kennt Ihr das? Man weckt die Kinder mit einem liebevollen „guten Morgen“ und erntet ein ebenso liebevolles Knurren „lass mich in Ruhe!“ Adventskalender, warum hilfst Du mir da nicht? Naja, die Freude ist trotzdem jeden Morgen groß, wenn das richtige Kalendersäckchen geöffnet wird. Drückt mir nur für Morgen die Daumen, da haben Hauptstadtsohn und Hauptstadttochter unterschiedliche Dinge auszupacken und ich bin mir nicht sicher, ob das eine gute Idee war!

Adventskalender selbst genäht

Klingelt nicht und ist auch sonst kein Wecker: Adventskalender bringt trotzem Spaß!

Ihr Lieben, habt weiterhin eine schöne Vorweihnachtszeit! Was überwiegt denn dieses Jahr bei Euch, seid Ihr im Stress oder genießt Ihr Adventszauber und Besinnlichkeit?

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Titelbild und Wichtelbild von pixabay.com

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