Ausflug ins Herbstlaub – Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten

Im Herbst wird auch Berlin bunt. Gelb, orange, braun und rot färben sich die Blätter der zahlreichen Stadtbäume. Laut Senatsverwaltung stehen an einem Kilometer Straße in Friedrichshain-Kreuzberg 91 Straßenbäume. Doch um mal richtig ins Herbstlaub einzutauchen, bietet sich das Umland einfach besser an. Eine halbe Stunde mit dem Regionalzug von Berlin entfernt wartet der Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten auf Besucher und bietet eine Menge Abenteuer und Spaß. Unser heutiger Ausflugstipp führt daher in den brandenburgischen Indian Summer!

Hoch zwischen den Bäumen

Vom Bahnhof in Beelitz-Heilstätten ist der Baumkronenpfad „Baum und Zeit“ in knapp 10 Minuten fußläufig zu erreichen. Der mit roten Pfeilen ausgeschilderte Weg stellt sich für die Kinder bereits als lustige Schnitzeljagd heraus, allerdings scheint zu dieser Jahreszeit in der Spargeltstadt auch niemand ein anderes Ziel zu haben. Der Besuchermagnet der Region ist klar auszumachen.

Wegbeschreibung Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten

Rote Pfeile weisen den Weg zum Eingang.

Auf den Baumkronenpfad in 21,6 Metern Höhe kommt man wahlweise über Treppen oder barrierefrei mit dem Fahrstuhl. Oben angelangt laufen beide Kinder sofort über die Holzplanken los. An verschiedenen Stellen des Pfades zeigen Schilder, welche Bäume hier stehen. Von den vielen Zusatzinformationen interessieren die Kinder vor allem zwei Fakten: wie hoch werden die Bäume und wie alt. Mir gefällt der Mix aus Nadel- und Laubbäumen. Berg- und Spitzahorn, Wald-Kiefer, Rosskastanie, Sumpf-Eiche, Amerikanischer Tulpenbaum, Robinie, Silber-Linde und viele mehr. Manche Bäume sind wirklich beeindruckend hoch, bei anderen können wir über die Wipfel schauen.

Auf dem Pfad

Los geht’s durch die Baumwipfel

Neben der Natur auch etwas Geschichte

Auf dem Gelände war früher ein Lungensanatorium angesiedelt, welches im Krieg zerstört wurde. Es lässt sich beobachten, wie die Natur sich die Ruinen nun Stück für Stück zurück erobert. Außerdem erklären einige Schilder, wie der Alltag früher in den Heilstätten ablief und welche Bedeutung die verschiedenen Gebäude hatten. Zum Beispiel wurden an fünf Tagen in der Woche Filme gezeigt, die Kinder verstehen sofort, dass dieses dem Heilungsprozess nur zuträglich sein konnte. Wer sich mit den verfallenen Heilstätten näher befassen möchte, kann dieses später auch in einem Rundgang zu ebener Erde tun. Besonderen Mut von den Kindern erfordern dabei kurze unterirdische Gänge, die ehemals als Splitterschutzanlangen genutzt wurden. Dann finden sie diese so spannend, dass sie ein ums andere Mal durchlaufen, erst mit, dann ohne Taschenlampen-App. Je nach Alter der Kinder kommt so auch das Thema Krieg und Frieden auf. Nicht immer einfach, aber so wichtig.

Ruinen Beelitz-Heilstätten

Der Pfad ist zugleich eine Zeitreise durch verfallene Heilstätten.

Die Aussichtsplattform

Nach dem Pfad begeben wir uns noch auf den höchsten Punkt des Aufbaus. Aus 36 Metern Höhe hat man einen sagenhaften Blick über die Wälder rundherum. Das nebelige Herbstwetter sorgt für eine fast mystische Stimmung. Die vielen verschiedenen Laubfarben vermischen sich zu einem wunderschönen Bild. Kurz zumindest. Denn dann entdecken die Kinder von oben, dass es unten ein Spielplatz gibt und drücken begeistert auf den Fahrstuhlknopf, um möglichst rasch wieder nach unten zu kommen.

aussichtsplattform

Der Wanderer über dem Nebelmeer. Oder so.

und auf dem Boden ist es doch am schönsten

Ein wirklich schönes Gelände rundet den Besuch beim Baumkronenpfad ab. Recht lange halten wir uns auf dem Spielplatz auf, der für seine relativ kleine Fläche vieles bietet. Höhlen, Sandspielzeug, Bagger, eine Slackline und Dosenlaufen, Baumstümpfe zum Balancieren oder zum Ausruhen. Ein kleiner Imbissladen gibt uns die Möglichkeit zum Aufwärmen und zum Auffüllen des Proviantes, denn natürlich haben wir das meiste davon schon im Zug gegessen gehabt. Wie es sich gehört. Nach einem kurzen Weg durch die Parkanlage beschließen wir, wieder zurück zum Bahnhof zu gehen und nicht noch durch den Wald zu wandern. Man muss ja auch nicht übertreiben. Und ich hätte Lust, im Frühjahr noch mal wieder her zu kommen und die Jahreszeiten zu vergleichen. Obwohl es dann sicherlich auch wieder voller wird in Beelitz-Heilstätten.

Fazit Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten

  • Erreichbarkeit: Der RE7 zwischen Berlin und Dessau fährt stündlich mit Halt in Beelitz-Heilstätten, vom Bahnhof noch 500 Meter zu laufen. Auto braucht man keines. Perfekt wäre es nach Ansicht der Kinder nur, wenn auf dieser Strecke auch mal doppelstöckige Regionalbahnen eingesetzt werden würden.
  • Geldbeutel: Für den Baumkronenpfad ist ein Gutschein im Ferienpass Berlin, den ich wieder mal wärmstens empfehlen kann. Allerdings kommen die Kinder mit 4 und 6 noch gratis aufs Gelände und nur ich zahle. Ein Schild weist darauf hin, dass dieser Baumkronenpfad im Gegensatz zu anderen des Landes keine Subventionen erhält, da sehe ich meine 9,50 gut angelegt.
  • Spaßfaktor: Der Ausflug ist vor allem sehr abwechslungsreich und daher für alle gelungen.
  • Naturfaktor: Bäume mal aus einer anderen Perspektive erleben und sich dabei ganz groß fühlen. Das zählt. Da muss man sich auch nicht merken, welcher Baum nun Kolorado-Tanne heißt.

Ausflugtipp verlinkt bei den Naturkindern.

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2 Kommentare zu “Ausflug ins Herbstlaub – Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten

    • Kristin

      Wusste ich garnicht dass es so nah bei berin einen Baumkronenpfad gibt. Vielen Dank und schön dass Du doch noch in den Bäumen wandeln konntest. Viele Grüße K.

      Antwort

Vielen Dank für Deinen Kommentar!