Ein Tag in Berlin Mitte

Das touristische Zentrum Berlins ist eigentlich nicht der erste Ort, den ich für einen Ausflug mit Kindern empfehle. Zu hektisch, zu voll, zu sehr Stadt. Und doch ist es auch genau hier möglich, einen entspannten Tag mit Kindern zu verbringen und sich sogar ein wenig wie mitten in der Natur zu fühlen. Auf geht’s, Berlin Mitte, wir kommen!

Ausgangspunkt: Potsdamer Platz

Ihr ahnt es schon, der eigentliche Grund, warum wir uns ins Touristengewühl stürzen wollten, war das Legoland am Potsdamer Platz, welches die Kinder schon wieder endlich mal wieder besuchen wollten. Da aber zur Ferienzeit die Schlange schon vor dem Bausteineparadies viel zu lang war, mussten wir uns spontan etwas Neues ausdenken. Zum Glück ist der Weg von hier aber nicht weit zu der Touristenattraktion, die vermutlich jeder bei seinem Aufenthalt in der Stadt mal sehen wird:

das Brandenburger Tor

Die Hauptstadtkinder mögen das Brandenburger Tor sehr. Die Hauptstadttochter vor allem deshalb, weil ihr bester Kindergartenfreund erzählt hat, dass er in dem Tor wohnt. Von dieser Information lässt sie sich auch nicht abbringen, schon gar nicht durch ihre Mutter. Aber auch als ein Stück Identifikation mit „ihrer“ Stadt finden sie das Brandenburger Tor spannend. In der Kita haben sie es gemalt, zu Hause aus Lego nachgebaut, auf Geldstücken wieder entdeckt. So ist es auch schön, dass Tor in echt zu sehen. Als ich das erste Mal nach Berlin kam, fand ich das Tor ja vor allem klein. Für die Kleinen jedoch wird es ziemlich groß wirken.

Brandenburger Tor Berlin Mitte

Bruder und Schwester aus Berlin

durch den Tiergarten

Schon lange wünscht sich der Hauptstadtsohn, mal oben auf die Siegessäule zu gehen. Ob man dort einen ähnlichen Blick auf die Stadt hat wie vom Fernsehturm? Unser nächstes Ziel liegt also gut zwei Kilometer weiter. Allerdings ist die Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule erfahrungsgemäß stark befahren, wenn sie nicht gerade als Festmeile gesperrt ist. Und das ist sie heute nicht, also entscheiden wir uns, lieber durch den Tiergarten zu gehen, auch wenn es ein paar Schritte mehr bis zum Ziel sind.

großer Kletterbaum im Tiergarten Berlin

Und ein paar Schritte nach oben: Kletterbaum im Tiergarten

Der Große Tiergarten in Berlin ist kleiner als der Central Park in New York und größer als der Hyde Park in London. Vor allem aber ist er wie alle innerstädtischen großen Parkanlagen eine grüne Oase und vom Potsdamer Platz kommend atmen wir hier merklich auf. Die Hauptstadtkinder werden sofort zu Waldkindern, klettern auf Bäume, sammeln Äste, Stöcker und andere Lichtschwerter, bestaunen die Blumen und Gräser im Steppengarten und pausieren am See. Urbanes Grün ist doch einfach unverzichtbar. Innenstädte werden immer mehr verdichtet, doch für das Stadtklima und für die Anwohner sind Parks so immens wichtig. Gerade im Tiergarten, inmitten der Großstadt, wird das so deutlich.

auf die Siegessäule

285 Stufen bringen uns schließlich hoch nach oben auf die Aussichtsplattform der Siegessäule. Stolz blicken die beiden auf den Weg, den wir hierhin zurück gelegt haben. Wir beobachten, wie die Polizei eine Straße sperrt, sehen, wo der Bundespräsident wohnt und bekommen einen recht guten Blick über Berlin und unter das Kleid der Goldelse. Denn einer Statue aus Gold kommt man ja sonst nicht so nah. Auch wenn sie größtenteils aus Bronze ist, sei’s drum, das sieht man ja nicht. Die Siegessäule ist auf jeden Fall eine Attraktion für die Kinder. Sogar die Ausstellung mit Miniaturen anderer Bauwerke, durch die Besucher erst geführt werden, finden sie interessant. Sie entdecken den schiefen Turm von Pisa und das Kolosseum aus Rom. Die aufregende Wendeltreppe durch den Sockel ist viel spannender als das Treppenhaus zu Hause (ein Besuch der Siegessäule ist nicht barrierefrei möglich), es gibt verschiedene Fenster und schließlich den Panoramablick.

Siegessäule mit Kindern

Spaß ganz oben: auf die Siegessäule mit Kindern

Mehr solltet Ihr Euch für einen Kindertag im Zentrum Berlins nicht vornehmen. Wir setzen uns auch in den Bus und fahren nach Hause. Zufrieden mit einer Menge Eindrücke im Gepäck.

Steuert Ihr mit Kindern auch die touristischen Ziele Eurer Stadt an oder zieht es Euch eher nicht dorthin?

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