Jäger, Sammler und Bastler

„Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte“, erkannte einst schon Berthold Brecht. Es würde mich nicht wundern, wenn der Dramatiker dabei vor allem an die Eltern und Kinder in seinem Bekanntenkreis dachte. In letzter Zeit ertappe ich mich nämlich öfters dabei, wie ich von der Natur schwärme. Oder von meiner romantischen Vorstellung von der Natur.

Ich stelle mir vor, was Sohn und Tochter im Grünen auf dem Weg nach Hause alles sammeln würden. Steine aller Größen und Farben, Blätter und Tannenzapfen, Schneckenhäuser, Moos oder große Stücke Baumrinde. Eben alles, was mein Do-it-yourself-Herz höher schlagen lassen würde. Es gibt so viele tolle Ideen und Anleitungen fürs Basteln mit Naturmaterialien, ich wüsste außerhalb der Stadt wohl gar nicht, mit welchen gesammelten Schätzen wir beginnen sollten.

Eine Idee davon bekommt man nur im Oktober. In der Kastanienzeit ist der Berliner Sammeleifer so groß, dass man unter manch‘ Kastanienbaum wirklich schnell sein muss, damit nicht andere Kinder oder bastelwütige Mütter und Väter alle Kastanien aufgelesen haben.

Natürlich lassen sich das ganze Jahr über auch Blätter, Steine und Gräser in Berlin finden. Aber ich denke nicht an das gezielte oder vielleicht angeleitete Sammeln, sondern jenes, welches Kinder ganz automatisch und aus eigenem Antrieb machen. Schätze, die umgehend in die Kitarucksäcke wandern und zuhause gehortet werden. Und die einzige Währung, die es derzeit mit großem Eifer in die Herzen und Taschen meiner Kinder schafft, sind Autokarten. Autokarten und Gummibänder.

Autokarten

Sammelausbeute vom Wochenende

Ja, inzwischen weiß ich, dass es in Berlin sehr, sehr viele Gummibänder auf den Gehwegen gibt und dass ich unser Auto vermutlich schnell verkaufen könnte. Aber was bitte basteln wir bloß daraus??

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