Kinderblick

Mein Sohn hat sprichwörtlich Adleraugen, während meine Sehstärke eher der eines Maulwurfs entspricht.** Das ist erst mal ganz erfreulich, finde ich, denn man wünscht sich als Mutter ja eher, die eigenen Superkräfte weiter zu vererben, als jene Eigenschaften, mit denen man selbst weniger zufrieden ist. Aber ganz davon abgesehen – ist es nicht immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich wir Großen und Kleinen unsere Umgebung wahrnehmen?

Für Kinder ist die Stadt viel größer, viel bunter und ihren Blick fürs Detail können wir Erwachsenen uns nur mit besonderer Konzentration wieder erarbeiten. Nicht selten entdecken die Kinder kleine Dinge der Stadtnatur, an denen ich achtlos vorbei gegangen wäre. Und manchmal sogar die klitzekleinen, so wie hier im offiziellen wir-nähern-uns-der-Kreuzung-Vergleich:

Mein Blickfeld, meine Gedanken

Boller am Strassenrand

  • Ah, da läuft jemand über den Zebrastreifen, wenn wir schnell sind, kommen wir noch hinterher.
  • Hm, wirklich viel grau hier.
  • Oh, der Bäcker an der Ecke hat noch auf, brauchen wir eigentlich noch Brot?
  • Hilfe, das Kind fährt so nah an die Straße ran.
  • Oder gehen wir gleich noch einkaufen, wenn wir ohnehin noch Brot brauchen?
  • In welcher Tasche habe ich bloß den Schlüssel?

Blickfeld des Haupstadtsohns
Spinne auf Stein

  • Mama, schau mal, da sitzt eine Spinne! (auf dem Straßenpoller übrigens)

Wer von Euch entdeckt sie auch? Und was in der Stadt nehmt Ihr nur durch Kinderaugen wahr?

Schönen Feiertag für Euch!

**Neulich sagte der Sohn übrigens, er habe auch Adlerohren. Aber das ist ein anderes Thema.

Übers Teilen freue ich mich!

Vielen Dank für Deinen Kommentar!