Mit dem Grillboot auf der Havel

Was gibt es schöneres als an einem sonnigen Wochenende am Wasser zu liegen, gemeinsam mit Freunden, Familie und einem Picknickkorb? Vielleicht an einem regnerischen Tag auf dem Wasser zu schippern, gemeinsam mit Freunden, Familie und fünf Taschen Proviant und Wechselwäsche? Ich habe es für Euch getestet und kann sagen: es ist großartig!

Kapitän für einen Tag

Der Hauptstadtonkel als ausgewiesener Grouponjäger hatte seit längerem für jenen Sonntag ein Floß reserviert, mit dem acht Personen über Havel und Wannsee fahren können. Wir freuten uns und legten schon mal Sonnencreme und Schirmmützen parat. Doch schon beim Verlassen des sicheren Hafens peitschten uns die ersten Regentropfen ins Gesicht. Daher kann ich Euch berichten, dass die Plane des Bootes gute Dienste tut und wir im kuscheligen, trockenen Plastikhäuschen gut Fahrt aufnahmen. Und als ich mich zu fragen begann, wie ich zwei Kinder einen Tag lang im kuscheligen, trockenen Plastikhäuschen eines Grillfloßes beschäftigen kann, kam die Sonne hervor und versüßte uns doch den Tag.

Grillboot Havel

Dit is Berlin. Floß Ahoi!

Für eine Fahrt mit dem Grillfloß benötigt man keinen Bootsführerschein, das Manövrieren ist einfach und die Motorleistung kann man zwischen „laut und schnell“ oder „leiser und gemächlicher“ einstellen. Gelenkt wird mit einem Steuerrad. Den verfahrenen Treibstoff muss man am Ende gesondert bezahlen, doch eine große Runde lohnt sich. Vom Wasser aus gesehen ist Berlin so schön und es gibt so viel zu entdecken, dass es unseren beiden kleinen Leichtmatrosen nicht langweilig wurde. Das leichte Schaukeln des Bootes hat sie allerdings auch veranlasst, einen Mittagsschlaf zu machen. Verbuchen Eltern unter Pluspunkt, oder?!

Kurs Ost und West

Die Hauptstadtkinder lieben Schatzsuchen und waren daher gleich für die Seekarte zu gewinnen, die man für die Routenplanung mit an Bord des Floßes gereicht bekommt. Unsere Fahrt führte uns vom Pichelssee im Westen der Stadt auf der Unterhavel vorbei am Grunewald, Richtung Süden passierten wir die Pfaueninsel, dann steuerten wir unter der durch Teilungszeiten bekannten Glienicker Brücke durch, der Griebnitzsee und Griebnitzkanal brachten uns zum Wannsee und dann gaben wir Gas, um vor dem drohenden Gewitter wieder an Land zu kommen. Ein Tag mit wenig Asphalt und Häusern, dafür mit viel grün, viel blau und mit lustiger Familienzeit.

Viel Ausrüstung und noch mehr Spaß

Zunächst braucht man eine Menge Gepäck: Essen, Trinken, Teller, Besteck und alles, was dazu gehört, Wechselklamotten in verschiedener Wärmestufe, Handtücher und Badehosen, die Optimistischen unter uns hatten Bücher zum Lesen dabei. Es mutete ein wenig nach Umzug an, als wir alles an Bord schafften. In den Bänken lässt sich alles gut verstauen, nur irgendwie sitzt immer jemand gerade dann auf der Bank, wenn man ans Gepäck möchte. Trotzdem reicht der Platz auf dem Boot für 8 Personen gut aus.

Schon durch die (vom Anbieter gestellten) Schwimmwesten ist die Floßfahrt für die Kinder ein Abenteuer. Wie ein richtiges Piratenschiff hat auch das Grillboot einen Anker, den man ins Wasser werfen kann, um Pause für die Grillzeit zu machen. Jetzt ist auch Zeit für große, schwimmen zu gehen. Mit sehr kleinen Kindern mag es anstrengend sein, unsere sind mit fast 4 und 6 groß genug, sodass ich wirklich nur ein ganz klein bisschen helikoptern musste und keiner über Bord ging. Mit Segelschiffen, Ausflugsdampfern und anderen Grillfamilien war ordentlich Betrieb auf Havel und Wannsee, das Ausflugsziel Wasser gehört eben zu Berlin dazu!

Fazit Grillboot Havel

  • Erreichbarkeit: Mit dem Gepäck war ich froh, dass wir mit dem Auto unterwegs waren. Viele Bootsanleger sind aber auch mit Bussen erreichbar. Es gibt diverse Anbieter, dieser hier in der Nähe der Heerstraße war unserer.
  • Geldbeutel: Tagescharter von 9-19 Uhr sollte man möglichst ausnutzen, Preise variieren nach Wochentag und Monat (rund 150-250 Euro). Teilt den Betrag durch alle großen Mitfahrer.
  • Spaßfaktor: Durchgehend Regen wäre schwierig geworden, aber so war die Floßtour perfekt. Wir hatten kein Spielzeug dabei und es wurde auch nicht vermisst.
  • Natufaktor: Einen Tag raus aus der Stadt!
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