Und plötzlich zu fünft – wenn Kinder in Rollen schlüpfen

Vater, Mutter, großer Bruder, kleine Schwester: wenn wir unsere Familienmitglieder durchzählen, vermitteln wir leicht das Bild einer Klischeefamilie. Aber immer häufiger gesellt sich ein Baby zu Sohn und Tochter dazu. Das Hauptstadtbaby hat auch einen Namen, Hannah nämlich, und ist zwischen null und einem Jahr alt. Das merkwürdige ist nur: das Hauptstadtbaby hat bereits eine stattliche Größe von über einem Meter und einen wilden Lockenkopf. Denn Achtung: „Baby Hannah“ ist derzeit die zweite Identität der Hauptstadttochter.

Wieder ein Baby sein

Die Hauptstadttochter ist eigentlich vier Jahre alt. Mit vier Jahren kann sie schon eine Menge. Sie kann ihren Namen schreiben, Fischstäbchen schneiden, vom Klettergerüst springen, Streichhölzer anzünden, sie braucht keinen Buggy mehr und schon sehr lange weder Windeln noch Schnuller. Mit ihren Freunden in der Kita spielt sie gerne Vater, Mutter, Baby, Kind – mit wechselnden Rollen und auch gerne mal mit einer Puppe oder einer Stoffschildkröte als Baby. Zu Hause aber schlüpft sie derzeit oft und liebend gern in ihre Paraderolle. „Ich bin ein Baby und heiße Hannah“, verkündet die Hauptstadttochter, bevor sie weitere Worte gegen Babybrabbeln austauscht.

Kinder Rollenspiele: Geduld, Geduld

Ich habe es geliebt, Babymutter zu sein, habe jedes Brabbeln zu verstehen versucht und stundenlang gekuschelt. Auch liebe ich es, Mutter einer Vierjährigen zu sein. Nur im Mix ist das mitunter etwas anstrengend. Denn stundenlang kuscheln könnte ich ja immer noch ohne weiteres, aber dieses ist leider nicht das vorangige Ziel des großen Hauptstadtbabys. Da wird viel mehr ein Unmut mit „wäääh, wäääh“ geäußert und nebenbei gehen in perfektem Hochdeutsch Anweisungen an mich, was ich zu tun habe. Wenn Kinder Rollenspiele für sich entdecken, sind sie Regisseur und Schauspieler zugleich. Eine zweite Identität fördert die Fantasie, das Sozialverstehen, die Selbstwahrnehmung – und bei der Mutter eben die Geduld. Auch der große Bruder verdreht zunehmend die Augen, wenn die Schwester gerade mal wieder vier Jahre jünger ist. Am besten, wir beschäftigen uns dann mit etwas, das in allen Altersstufen gut funktioniert. Bücher anschauen zum Beispiel.

Das Vorbild ist groß

Es lässt sich leicht zurück verfolgen, woher die Begeisterung für Baby Hannah kommt. In der ehemaligen Kitagruppe der Hauptstadttochter war ein Mädchen, das damals eine kleine Schwester bekommen hat, Hannah. Das Baby hat meine Tochter aus welchem Grund auch immer mehr fasziniert als andere Babys im Freundeskreis. Neulich haben wir die beiden mal wieder auf dem Spielplatz getroffen. „Baby Hannah“ zerrte gerade seine Mutter zur Schaukel und war nun groß geworden. So ist es mit allen Babys, auch das Hauptstadtbaby wird weniger und weniger bei uns zu Hause auftauchen. Denn langsam beginnt hier schon die nächste Rolle: „Mama, ich bin ein Schulkind und ich heiße Lena.“

Übrigens wünscht sich Schulkind Lena ein echtes Baby als Geschwisterkind. Der Name steht auch schon fest – wenn es ein Mädchen wird. Aber ich glaube an dieser Stelle beende ich das Rollenspiel sicherheitshalber mal 😉

mein #Familienmoment Nr. 2

Mit diesem Einblick ins Familienleben beteilige ich mich an der Sammlung von besonderen und doch alltäglichen Familienmomenten der Küstenmami auf ihrem Blog Küstenkidsunterwegs. Und jetzt interessiert mich, in welche Rollen Eure Kinder gerne schlüpfen. Ist es auch oft die gleiche oder eher ständig eine neue, werden andere Altersstufen oder lieber Berufe ausgesucht?

Titelbildquelle: pixabay.com

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Ein Kommentar zu “Und plötzlich zu fünft – wenn Kinder in Rollen schlüpfen

  1. Küstenmami

    Das ist ja interessant – ich bin gespannt, wohin Euch die Rollenspiele noch führen werden 🙂 Unsere Küstenkinder sind in dieser Phase noch nicht so stark angekommen, die Rollen „Pirat“ oder „Fee“ werden bislang eher an die Kuscheltiere verwiesen.

    Viele liebe Grüße
    Küstenmami

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