Wofür ich dankbar bin [3 of a kind]

Im U-Bahnhof wartet eine ältere Dame geduldig auf den Fahrstuhl. Sie rückt ihren Koffer zurecht und schaut sich die Werbeplakate an den Wänden an.

Zwei Kinder springen ins Bild. Sie drängeln sich vor die Fahrstuhltür und versuchen beide gleichzeitig, diesen magischen Knpf zu drücken, der den Lift herbei ruft. Diesen Knopf, den es nur einmal gibt und den die ältere Dame längst gedrückt hat. Diese beiden Kinder sind meine.

Der Fahrstuhl kommt und drinnen wiederholt sich der Kampf um den Drückknopf. Die ältere Dame lächelt mich an: „Alle Kinder lieben es, Knöpfe zu drücken.“ sagt sie und erzählt dann, dass sie Erzieherin war und es eine gute Arbeit war. Sie selbst sei Mutter von fünf Kindern. „Meine Kinder sind gesund, ich bin sehr dankbar dafür.“

So eine Fahrstuhlfahrt ist erfahrungsgemäß kurz. Draußen schaut die Dame meine beiden Kinder noch mal nachdenklich an, die inzwischen irgendetwas durch die Gegend schießen, was auf dem Boden lag. „Es gibt schon schlimmere“, sagt sie.

Dankbarkeit im Leben

Diese Szene hat mich noch ein Weilchen beschäftigt. Denn gerade war ich dabei, mir für die Aktion „3 of kind“ im November zu überlegen, wofür ich dankbar bin. Denn Dankbarkeit ist das Thema der aktuellen Runde der Blogger-Aktion von Sas vom Sasverse.

Hier gehts zur Novembersammlung 3 of a Kind

Ich bin dankbar – ein kurzer Satz aus einer kurzen Begegnung, er blieb bei mir hängen. Weil diese Dame den Eindruck hinterließ, dass sie diese Dankbarkeit wirklich fühlte, vielleicht schon ein wenig im Rückblick auf ihr Leben. Und so geht es mir auch, ich fühle mich dankbar – und zwar gar nicht unbedingt für zählbare Dinge (obwohl ich gleich drei auflisten werde), sondern als eine Einstellung insgesamt dem Leben gegenüber. Dankbarkeit im Leben heißt für mich, das Gute nicht als Selbstverständlichkeit abzutun, es heißt, dass ich mein Glück zu sehen lerne, auch gerade an Tagen, an denen es nicht greifbar zu sein scheint.

Ich bin dankbar für meine Familie, dafür, dass wir gesund sind und für mich gefühlt genug Geld zur Verfügung haben. Für die heutigen „3 of a kind“ habe ich Dinge überlegt, die diese herausragenden Punkte etwas ergänzen, denn mit diesen drei Antworten hätte ich Euch nicht überrascht, oder?

3 of a Kind I am thankful for

1. Der Blick aufs Gute

Zusammen mit einer Freundin war ich in einem kleinen schottischen Städtchen an der Westküste. Ich war fasziniert vom geschäftigen Treiben am Hafen, der rauhe Wind vom Meer wehte durch die Haare, Schiffe standen bereit zum Auslaufen und ich fühlte mich frei und glücklich. „Es stinkt hier nach Fisch“, sagte meine Freundin.
Und diese kleine Begebenheit erinnert mich oftmals daran, dass ich ein Mensch bin, der seinen Blick sehr auf das Gute richten kann. Ich nehme an anderen Menschen, an Erlebtem, an Orten oftmals zuerst das Schöne wahr. Und für diese Fähigkeit bin ich dankbar. Weil sie mir in dem ganzen Mist, der ja nunmal auch im Leben auftaucht, vieles etwas heller und leichter macht.

2. Die Liebe

Wofür seid Ihr dankbar im Leben? Die Liebe gehört sicher dazu, in welcher Form auch immer sie auftaucht, als kleine Geste oder als großer Knall. Ich bin dankbar, dass ich mich in meinem Leben immer in „die Richtigen“ verliebt habe. Ja, ich hatte furchtbaren Liebeskummer, nicht nur einmal, ich blicke auf gescheiterte Beziehungen zurück, auf zu kurze, zu lange und auf nie entstandene. Aber es war immer ehrlich, von allen Seiten. Die Liebe ist für mich ohne Betrügen und Belügen ausgekommen und so ist es noch, und das ist mit der schönste Grund, dankbar zu sein.

3. Genau die beiden

Hauptstadtsohn und Hauptstadttochter, ich bin dankbar, dass Ihr meine Kinder seid. Genau Ihr. Und auch wenn wir uns manchmal die letzten Nerven rauben, bin ich dankbar für jeden einzelnen Tag mit Euch. Ich bin dankbar für so kleine Dinge, wie dass Ihr beide Langschläferkinder seid und ich nie um halb sechs auf dem Spielplatz stand und für so große Dinge wie Euer Lachen, Euer Mitgefühl, Eure Neugier aufs Leben und Eure große Stärke.

Ist der Herbst nicht eine wundervolle Zeit, das zu feiern, wofür wir dankbar sind? Mehr Inspirationen findet Ihr im Sasverse – oder im eigenen Herzen!

Eure Svenja

(gerade im Urlaub und daher sowieso sehr dankbar!)


Titelbild ©Jenko_Atamann_Fotolia.com, andere Bilder pixabay.com

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2 Kommentare zu “Wofür ich dankbar bin [3 of a kind]

  1. Kristin

    Vielen Dak für diesen schönen Beitrag! 1. Nehme ich mir gleich für den Start in die Arbeitswoche vor! Liebe Grüße

    Antwort
    • Hauptstadtpflanze Author des Beitrags

      Das freut mich, danke Kristin! Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass auch der 1. Punkt Sonntagnachmittag mit einem Apfelcrumble im Ofen einfacher ist als Montagfrüh im Büro…

      Antwort

Vielen Dank für Deinen Kommentar!