Zeitreise ins Mittelalter: Museumsdorf Düppel

Hufeisenwerfen. Tauziehen. Auf Strohballen toben. Matschen mit Ton und Erde. So manches von dem, mit dem Kinder sich im Mittelalter vergnügt haben, kennen und lieben auch heutige Stadtkinder. Aber inmitten von vierspurigen Straßen und zentralgeheizten Wohnungen haben wir dennoch keine Vorstellung davon, wie Berlin vor 800 Jahren ausgesehen hat.

Ein Ausflug in das Freilichtmuseum Düppel gewährt uns Einblick in diese spannende Zeit, als Ende des 12. Jahrhunderts Berlin-Cölln entstand, als der Potsdamer Platz noch Science Fiction war und die Natur noch mehr Platz hatte als den Tiergarten. Vor allem aber bietet das Museumsdorf eine wunderschöne Kulisse für einen entspannten Familienausflug mitten in Berlin.

Das Museumsdorf: den Ursprung Berlins erleben

Ich erinnere mich noch, wie ich selbst als Kind im Wald spielte und Tonscherben fand. Diese wanderten sogleich in meine Schatztruhe und ich war sicher, Zeugnisse einer lang vergangenen Zeit gefunden zu haben. Doch seien wir ehrlich, vermutlich war es Haushaltsmüll von den Nachbarn. Anders war es am Machnower Krummen Fenn, wo ein Scherbenfund tatsächlich der Ausgang für den Nachweis einer mittelalterlichen Siedlung war. Weitere Ausgrabungen brachten hier Hausgrundrisse, Alltagsgegenstände und andere Siedlungsspuren zu Tage. Über viele Jahre wurde das Dorf Düppel Stück für Stück rekonstruiert. So entstanden auch die Nachbauten der Häuser des Museumsdorfes, Blockhäuser und Ständerbauten. Wir können diese betreten und die Kinder sehen, wie es sich wohnt, ohne elektrisches Licht und mit vielen Schlafstätten in einem Raum.

In manchen Häusern gibt es mitunter Angebote, Korn mahlen oder töpfern, zum Beispiel. Die Gärten und Wiesen bieten den Kindern viel Raum zum Toben und den Eltern zum Sonnenbaden.

Natur erfahren und begreifen

Das Gelände des Museumsdorfes ist grün, grün und grün. Wer in Berlin Sehnsucht nach Natur hat, ist hier gut aufgehoben. Man kann die Bäume, Blumen, Gräser und Sträucher einfach genießen, oder auch ein wenig schlauer werden. Denn im Museumsgarten können wir diverse Kräuter und Pflanzen bestimmen. Pastinaken wachsen hier zum Beispiel, wer kennt die außerhalb von Babybrei? Und wie genau schmeckt noch mal Quitte?

Neben den Kräutern im Museumsgarten gehören auch Felder zum Museumsdorf, auf denen man je nach Jahreszeit Getreide wachsen sehen kann. Und da rundherum Wald ist, fühlen wir uns ohnehin nicht wie in der Stadt. Den Kindern sind natürlich die Tiere des Dorfes wichtig. Zu „Kultur im Grünen“ gehört das Dorf, einem Museumsnetzwerk, welches die Erholung bei Kultur und Natur fördern möchte, im grünen Südwesten Berlins.

Kräuter lernen

Neben den Pflanzen können wir im Museumsdorf Düppel eine Menge über Bienen lernen, über die Königin, die Arbeiterinnen, über ihr Leben im Winter und im Sommer. Es gibt sogar eigenen Düppeler Honig zu kosten. Die Hauptstadttochter verzichtet jedoch dankend, was anderes als Butter kommt ihr nämlich derzeit nicht aufs Brot. Schade, es lohnt sich.
Die Bienenvölker sind nicht frei zugänglich, fragt nach, wer sie Euch zeigen kann.

Bienenvolk Museumsdorf

Vergnügen für groß und klein

Obwohl das Gelände weitläufig ist, sind die Wege zwischen den Häusern, den Wiesen und dem Eingang nicht zu lang. Als Familie könnt Ihr Euch hier lange aufhalten, es gibt auch einen Imbiss und mit etwas Glück werden Lagerfeuer und Stockbrot angeboten. Schaut dafür doch vorab in den Veranstaltungskalender des Museumsdorfes.

Wer sich in der Natur aufhält, findet natürlich immer etwas zum Spielen. Stöcker suchen, Kastanien oder Steine sammeln, Verstecken spielen (schwierig für mich Helikoptermutter, das Suchen wird mit zunehmendem Alter echt anspruchsvoll), aber das Leben im Mittelalter bestand natürlich nicht nur aus Freizeit. Deshalb wird dem Handwerk im Museumsdorf viel Platz eingeräumt. Alte Schmiedeinstrumente sind zu sehen, Wolle wird gesponnen und Teer hergestellt. Ein tiefer Brunnen erinnert an Frau Holle, sollen wir den Eimer raufkurbeln? Anders als in herkömmlichen Museen ist das Mitmachen und Anfassen ausdrücklich erwünscht.

Gerne beteiligen sich die Kinder. Und was aus ihrer Sicht das Beste war? Im Stroh toben!

Fazit Museumsdorf Düppel

  • Erreichbarkeit: Achtet auf die Öffnungszeiten! Das Freilichtmuseum in Berlin Zehlendorf ist von Ende März bis Mitte Oktober (22.10.17) wochenends und an Feiertagen geöffnet. Mit der BVG zum Beispiel gut mit dem Bus 115 ab Fehrbelliner Platz zu erreichen.
  • Geldbeutel: Das Museumsdorf Düppel lebt vom ehrenamtlichen Engagement vieler, daher zahlen wir den Eintritt von 3,50 (ermäßigt 2,50) sehr gerne. Kulinarisches wird ebenfalls zu fairen Preisen feilgeboten.
  • Spaßfaktor: Das Mitmachprogramm und der viele Platz zum Toben sind für Kinder optimal. Als Erwachsene freue ich mich zudem an den Informationsschildern und der Ruhe mitten in der Stadt.
  • Naturfaktor: Früher war das Leben eben noch mehr mit der Natur verknüpft, dieses lernt man im Museumsdorf Düppel sehr anschaulich.

Mehr Informationen zum Freilichtmuseum findet Ihr direkt auf der Webseite des Dorfes – das Mittelalter ist online!

Verlinkt als grüner Ausflugstipp bei den Naturkindern.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Übers Teilen freue ich mich!

Vielen Dank für Deinen Kommentar!