Warum ich so werden möchte wie meine Eltern

Mit 40 Jahren kommt für gewöhnlich der Moment, an dem man in den Spiegel schaut und erschrickt. Und zwar nicht, weil die Haare grauer werden oder der mangelnde Schlaf seinen Tribut fordert. Sondern weil uns aus dem Spiegelbild die eigene Mutter/ der eigene Vater anzuschauen scheint. Oder wir hören uns gewohnte Sätze sagen, die wir niemals von uns geben wollten  – und es dann eben doch tun. „Warum ich so werden möchte wie meine Eltern“ weiterlesen

Mein Berlin.

Berlin und ich, wir hatten einen etwas holperigen Start. Es zog mich beruflich in die Stadt und ich fühlte mich ein wenig wie strafversetzt. Ich wollte hier nicht hin. Aber die Umzugkartons waren noch nicht alle ausgepackt, da hatte Berlin mein Herz schon gewonnen. Es war Liebe auf den zweiten Blick, aber ein dritter Blick war nicht nötig. „Mein Berlin.“ weiterlesen

Ich habe Angst vor Krieg, Mama – wenn das Kinderleben politisch wird

Jetzt beginnt der Ernst des Lebens, so hören Schulanfänger oft zur Einschulung. Ein Satz, den wir tunlichst vermieden haben, denn so sollte es für unseren Sohn nicht sein. Lernen so lange wie möglich als etwas Spielerisches, etwas Tolles zu bewahren, das ist unser Ziel.

Und nun holt mich der Satz doch ein. Abends, beim Lichtausmachen und beim Zudecken ist er plötzlich mit im Raum, der Ernst des Lebens. Er hat nichts mit der Schule zu tun. Nicht damit, dass zu wenig Zeit zum Spielen bleibt. Der Ernst des Lebens zeigt sich darin, dass der Sechsjährige anfängt zu begreifen, dass es Mechanismen und Geschehnisse auf der Welt gibt, die außerhalb des geschützten Kinderlebens stehen. Und dass manche davon bedrohlich sind. „Ich habe Angst vor Krieg, Mama – wenn das Kinderleben politisch wird“ weiterlesen

6 Jahre und unendlich – meine Liebeserklärung

„Ich bin gar nicht aufgeregt“, kommentiert der Hauptstadtsohn seine baldige Einschulung. Und tatsächlich scheint er hier mit sich im Reinen zu sein. Er freut sich auf die Schule, zählt am liebsten von 1 bis unendlich, wobei die Zahlen zwischen 116 und „eins vor unendlich“ gerne ausgelassen werden. Mein Großer.

Die Zahl unendlich können wir beide gar nicht richtig einschätzen. Sie ist groß. So groß, dass es bestimmt ein Riesenspaß wäre, tatsächlich unendlich viele Kaugummis zu besitzen. Und so groß, dass ich eines mit Bestimmtheit sagen kann: ich liebe Dich unendlich. „6 Jahre und unendlich – meine Liebeserklärung“ weiterlesen

Lesen lieben lernen

Ein kleines Gnomenkind aus dem „Wi-wa-wurzelhäuschen“ feiert Geburtstag und lädt alle seine Freunde ein, die Tafel ist reich gedeckt mit Beeren, Honigwein und Pudding und die Kapelle spielt zum Tanz auf. Ein Geburtstag wie aus dem Bilderbuche und es war mein zweiter Geburtstag, als ich dieses Bilderbuch geschenkt bekam. So verrät es mir die Widmung im Buchumschlag von „das Waldfest“. „Lesen lieben lernen“ weiterlesen

Der Zauber der kleinen Schritte

Der Hauptstadtsohn hat dieser Tage ein Buch geschenkt bekommen, in dem ein Junge herausfinden möchte, warum Kinder so viel Zeit haben und Erwachsene so wenig. Wir haben es noch nicht gelesen, aber ich fürchte, so ganz wird es hier nicht stimmig sein. Denn im Herbst kommt der Sohn zur Schule und unsere Einzugsschule ist eine Ganztagsschule. So gesehen ist der Sohn in Vollzeit beschäftigt, mit mehr Stunden, als mein eigener Arbeitsvertrag hergibt. „Der Zauber der kleinen Schritte“ weiterlesen