Naturerfahrungsraum im Park am Gleisdreieck

Liebe Nicht-Berlinerinnen und Nicht-Berliner, bitte schließt für einen Moment Eure Augen und stellt Euch einen Naturerfahrungsraum für Großstadtkinder vor. Wie sähe dieser aus? Eine saftige grüne Wiese mit bunten Blumen? Knorrige alte Bäume? Oder ein eingezäunter Sandhügel? Wenn das letzte Eure Antwort war, dann ward Ihr bereits in unserem Park am Gleisdreieck. Oder im Herzen seid Ihr doch Berliner!

Der Kreuzberger Park am Gleisdreieck ist noch relativ jung, diesen September wird der Ostteil des Parks seinen fünften Geburtstag feiern. Der Westpark wurde erst 2013 fertig gestellt, der Schöneberger Teil des Parks 2014. Und bevor dieser Text falsch verstanden wird: seit Beginn hat dieser urbane Volkspark mein Herz erobert. Wildwuchsflächen wechseln sich ab mit großen, offenen Rasenbereichen, alte und neue Baumbestände sorgen für Schatten, Spiel- und Sportangebote sind reichlich vorhanden. Mit ein wenig Geduld kann man an den Kiosken Kaffee und Eis kaufen, um diese mit Blick auf vorbeifahrende U-Bahnen oder Fernzüge der Nord-Süd-Linie zu verzehren – oder eben auch in einer ganz ruhigen Ecke des Parks. Die Atmosphäre im Park ist lebendig und die Gleiswildnis ist auch durchaus ein Naturerlebnis.

Braucht es in diesem Park also noch einen gesonderten Naturerfahrungsraum? Dieser Frage sind die Hauptstadtkinder und ich mal für Euch nachgegangen. Der Naturspielplatz im Ostpark war anfangs nicht geplant, wurde aber im Rahmen engagierter Bürgerbeteiligung durchgesetzt. Das macht ihn mir schon mal sympathisch. Der Zaun um das Stückchen Naturfläche mutet allerdings etwas merkwürdig an.

Die Idee des Naturspielplatzes ist, einmal ohne Spielgeräte und nur mit Holz, Matsch, Sand und Steinen zu spielen. Vor allem die langen Stöcker sind dabei sehr begehrt. Die Hauptstadtkinder konnten ein bereits fertiges Holzhaus beziehen und hatten dennoch genügend Hölzer zum Tragen und Bauen übrig. Die großen Steine verwandelten sich für die beiden in ein U-Boot und der anfangs zitierte, festgetretene Sandhügel war ein feuerspeiender Vulkan. Die Altersbegrenzung bis 12 Jahren gibt den Kindern hier einen geschützten Raum, sich auszuprobieren und ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen. Dafür gibt es von mir volle Punktzahl, auch wenn der Begriff Naturerfahrungsraum sehr hoch gegriffen scheint.

Und weil der Tag so sonnig war, sind wir nach dem Spielen noch auf den normalen Spielplatz weiter gezogen. Der Park am Gleisdreieck bietet eben vor allem eines: Vielfalt.

Aber nicht nur im Sommer ist der Park einen Besuch wert. Von einem mit Schnee bedeckten Sandhügel lässt es sich wunderbar herunterkugeln, die vielen Äste und Steine sind schöne Accessoires für einen Schneemann. Nur die Möhre für die Schneemannnase und eine Thermoskanne für sich selbst muss man selbst mitbringen, die kleinen Kioske haben bei diesen Temperaturen geschlossen.

Gleisdreieck Winter

Auch im Winter ist der Naturerfahrungsraum ein toller Spielplatz.

Fazit Naturerfahrungsraum Gleisdreieck:

  • Erreichbarkeit: der Park ist verkehrsgünstig gelegen und seine vielen Eingänge sind auch per Bus, S- und U-Bahn gut zu erreichen.
  • Geldbeutel: umsonst & draußen
  • Spaßfaktor: famos. Die Spielplätze mit Rutsche und Schaukeln sind dennoch viel stärker besucht.
  • Naturfaktor: Holz und Sand finden die Hauptstadtkinder fast überall. Trotzdem schön.

 

Steine, Sand und Äste als Alternative zu herkömmlichen Spielplätzen stelle ich bei den Naturkindern und bei  einfach.nachhaltig.besser.leben. vor. Dort gibt es noch mehr tolle grüne Projekte, schaut mal vorbei.

Übers Teilen freue ich mich!

Ein Kommentar zu “Naturerfahrungsraum im Park am Gleisdreieck

  1. widerstandistzweckmaessig

    Hallo!

    Wow, der Park sieht super aus und das Mitten in der Stadt. Ein Naturspielplatz hat schon was, in der Großstadt gibt es so wenig Möglichkeiten für Kinder die Natur wirklich zu genießen und herumzutoben. Wie schön, dass das hier durchgesetzt wurde.

    Danke fürs Verlinken zu EiNaB!

    lg
    Maria

    Antwort

Vielen Dank für Deinen Kommentar!