Verkehrserziehung für Großstadtkinder

Wenn Kinder in einer Großstadt wie Berlin aufwachsen, bedeutet das, dass große Straßen mit entsprechend viel Autoverkehr zum Alltag gehören. Für kleine Kinder, die mit dem Buggy durch die Gegend geschoben werden, ist das durchaus eine spannende Angelegenheit. Es gibt so viel zu entdecken: Busse und Taxen, Polizei-, Feuerwehr- und Krankenwagen mit lautem Tatütataa, Straßenkehrmaschinen, teure Sportwagen und klapprige Lieferwagen. Mit drei Jahren konnte der Hauptstadtsohn alle gängigen Automarken aufzählen und unterscheiden. Biologensohn hin oder her, sein ein und alles waren Autos!

Kinder unterwegs im Straßenverkehr

Aber die großen Straßen gehören nun mal auch dann zum Alltag, wenn die Kinder das erste Mal aufs Laufrad steigen, wenn Sie Fahrradfahren lernen oder mit dem Roller schneller sind als die Eltern zu Fuß. Wie geht man damit um mitten in Berlin?

Kind und Verkehr BlogparadeBeide Hauptstadtkinder verhalten sich im Straßenverkehr zumeist vorbildlich. Auch wenn sie mit ihren Fahrzeugen vorandüsen, halten sie vor der nächsten Straße an, sie weichen anderen Verkehrsteilnehmern aus und warten stets auf grün. Als Wiebke vom Blog Verflixter Alltag die Blogparade „Kind & Verkehr“ ins Leben rief, fragte ich mich, wie wir die Verkehrserziehung eigentlich so hinbekommen haben. Und was man tun kann, damit gerade Großstadtkinder sich gut und sicher in ihrer nicht immer kinderfreundlichen Umgebung bewegen können. Denn es bleibt die Angst vor diesem einen, unberechenbaren Moment, in dem ein Kind eben doch auf die Straße läuft.

Keine Ausnahme

In der Nähe unserer Wohnung gibt es große Straßen mit unpraktischer Ampelschaltung. Meist schafft man es nur bis zu den breiten Mittelstreifen und muss dort auf die nächste Grünphase warten. Der ein oder andere geht noch schnell weiter. Genauso bei Ampeln in wenigbefahrenen Straßen. Machen wir alle ja auch, wenn wir alleine unterwegs sind. Mit Kindern ist es aber enorm wichtig, nicht mal eben bei rot die Straße zu überqueren, weil man in Eile ist. Sondern konsequent und immer auf grün zu warten. Und ehrlich? Wer an diesen großen Straßen direkt vor meinem Kind bei rot zwischen den Autos vorbei läuft, für den habe ich null Verständnis.

Vertrauen zeigen

Ich vermittle meinen Kindern die Verkehrsregeln und zugleich das Vertrauen, dass sie sich gut im Straßenverkehr verhalten können. Es nützt Ihnen nichts, wenn ich ständig wie ein aufgescheuchtes Huhn hinter dem Roller hinterher laufe. Auch und gerade dann nicht, wenn ich mich schon wie ein aufgescheuchtes Huhn fühle. STOPP brülle ich nur, wenn ich denke, dass es brenzlig wird, aber nicht vor jeder Straße. Ich vermittle den Kindern die Sicherheit, die sie brauchen, um sich im bestimmten Rahmen bewegen zu können. Ich traue es ihnen zu.

Spielerisch lernen

Kinder im StraßenverkehrWie lernen Kinder die Verkehrsregeln? Vieles aus dem Straßenverkehr haben wir mit Spielen geübt. Bücher lesen, Verkehrsschilder malen, selbst in die Rolle des Verkehrspolizisten schlüpfen, überlegen, ob das Auto die Legostraße auf der rechten oder linken Spur fährt: es gibt viele Möglichkeiten, das Thema Verkehrssicherheit in das Kinderzimmer zu holen. Und nicht nur drinnen, sondern auch draußen kann alles bunt stattfinden: helle Reflektoren für die Rucksäcke aussuchen, Wege mit möglichst wenig Straßenüberquerungen finden, die Straßen mal aus dem Doppeldeckerbusfenster oben beobachten… Los geht’s!

Immer in Begleitung

Alleine mal über die Felder laufen oder zum Freund ein paar Häuser weiter? Für Großstadtkinder ist das trotz aller Sicherheit im Straßenverkehr in aller Regel nicht möglich. Auch den Hauptstadtsohn schicke ich noch nicht alleine zur Schule, obwohl er die Verkehrssituation gut meistern würde. Warum? Es zählt eben noch mehr in der Stadt. Nicht mit Fremden mitgehen, ist hier noch ein Thema. Oder die Frau in der Nachbarschaft, die immer unverschämt pöbelt, wenn ein Kind auf dem Gehweg Fahrrad fährt. Bei der krieg ich schon Puls. Oder der Zebrastreifen, an dem ich schon öfters erlebt habe, dass Autos ohne zu bremsen durchfahren, wenn ein Kind allein an der Straße steht. Nein, Hauptstadtkinder, bitte erst noch ein bisschen größer werden, bevor Berlin ganz Euer Revier wird!

Wie kämpft Ihr Euch mit Euren Kindern durch den Straßendschungel einer Großstadt? Mehr Beiträge insgesamt zum Thema Kind & Verkehr lest Ihr beim Verflixten Alltag – viel Spaß!

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2 Kommentare zu “Verkehrserziehung für Großstadtkinder

  1. Pingback: Aufruf zur Blogparade: Augen auf im Straßenverkehr (#kindundverkehr) - Verflixter Alltag - Kuriositätenkabinett einer Mama-Bloggerin

Vielen Dank für Deinen Kommentar!