Glücklich in der Stadt

Bist Du glücklich? Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du diese Frage mit JA beantworten kannst. Aber wie entscheidend für Dein Glück ist es, ob Du in der Stadt oder auf dem Land wohnst? Ja, manchmal bist Du vielleicht genervt von der Lautstärke, dem Dreck oder der Hektik in der Stadt. Oder manchmal verfluchst Du den Bus, der bei Dir auf dem Land nur drei mal am Tag fährt. Aber so richtig entscheidend für unser Glück sind andere Aspekte. Liebe, Gesundheit, kleine Momente.

Warum scheint es uns für das Glück unserer Kinder dann so entscheidend, wo sie aufwachsen?

Ich stelle die These in den Raum, dass Stadt- und Landkinder gleichermaßen glücklich groß werden. Dort, wo sich ihre Familien wohl fühlen, finden sie ihre Nische und ihr Nest. Aber heute blicke ich mal nur auf unsere Stadtkinder und sammle ein Stück von dem Glück ein, dass die Stadt uns bietet.

Seifenblasen grün

Für alle jene, die zweifeln, ob Kinder in der Stadt glücklich sein können, hier meine 5 Gründe, warum genau das geht.

1. Modellbau in echt und groß

An der Warschauer Brücke zwischen Friedrichshain und Kreuzberg kann man gleichzeitig U-Bahnen, S-Bahnen, Polizeiautos, Straßenbahnen, Fernzüge, Taxis und Autos vorbei fahren sehen. Man zeige mir einen kleinen Jungen, der nicht mindestens eine halbe Stunde hier stehen kann, ohne sich zu langweilen. Es gibt immer eine Baustelle. Fernbusse. Viel tatüta. Kehrmaschinen und Kräne. Und bei aller Liebe zur Natur, vermutlich bleibt diese Begeisterung bei manchen. Für immer.

2. Die Stadt ist ein Dorf

Was erst mal widersprüchlich klingt, ist gar nicht so abwegig. Wir wohnen in Europa, ja, in Deutschland und in Berlin – aber vorrangig in Kreuzberg. Die Stadt teilt sich auf in ihren Mikrokosmos. So haben wir mitten in der Stadt kurze Fußwege, müssen zum Bäcker oder zum Eisdealer nur über den Zebrastreifen und – das Schönste – treffen auf der Straße oder auf den Spielplätzen so oft auf Freunde und welche, die Freunde werden können. Zumindest im Sommer, wenn sich so viel des Tages draußen abspielt.

3. Das Angebot bietet alles an

Fragt man Erwachsene, warum sie gerne in der Stadt wohnen, wird häufig das kulturelle Angebot genannt. Dann seufzen junge Eltern in der Regel nur kurz und fragen sich, wann sie das eigentlich zuletzt genutzt haben. Kenn‘ ich! Aber spätestens dann, wenn die Kinder dem Kinderwagen entwachsen sind, beginnt das Alter, in dem genau diese Angebote auch das Kinderleben in der Stadt sehr bereichern. Museen, Schwimmbäder, Kino, Familiencafés, Sportvereine, Sozialtreffs, Bücherei, Halfpipes, Zoo, Musikschule, irgendwie alles, manches teuer, manches umsonst, manches überflüssig, manches unverzichtbar.

4. Weil es ein Stück vereinbar ist

Ich lebe gerne in der Stadt, aber ich möchte hier auch nicht unnötige Stadtromantik verbreiten. Manchmal ist das Leben in der Stadt für unsere Familie gut, weil es praktisch ist. Weil mir der kurze Weg zur Arbeit erlaubt, mein Kind zeitig von der Kita abzuholen. Weil wir hier Glück mit der Kinderbetreuung haben. Meistens. Weil der Weg zur Schule kurz ist und der Kinderarzt eine Vertretungspraxis drei Straßen weiter hat.

Seifenblasen

5. Worum es wirklich geht

Was mögt Ihr am liebsten am Leben in der Stadt, habe ich die Hauptstadtkinder als investigative Blogjournalistin für diesen Beitrag gefragt. „Sonne!“ hat der Haupststadtsohn geantwortet. „Regen!“ rief die Hauptstadttochter. Seht Ihr, ob auf dem Land oder in der Stadt, wir wohnen doch alle unter dem selben Himmel.

Oder warum seid Ihr mit Kindern glücklich in der Stadt?

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