Kleine Auszeiten im Familienalltag

1.770.000 Ergebnisse zeigt google bei der Suche nach Mama-Burnout an. Erschöpfung durch Dauerstress ist bei Eltern kein Einzelfall, vielmehr balancieren die meisten Familien auf diesem schmalen Balken zwischen Anspruch, Vereinbarkeit und Fürsorge. Auch ich merke, dass ich mit meinen Kräften gut haushalten muss. Vor allem Reserven sind Fehlanzeige. Dieses kann dazu führen, dass ich tagelang früh ins Bett falle und zu nichts komme, dass ich oft anfällig für Stresssymptome bin.

Die Ratschläge, die wir Mütter in dieser Situation hören, sind leicht erteilt und schwer umgesetzt. Tu etwas für Dich, Du darfst Dich nicht so stressen, geh doch mal wieder ins Kino oder mach Yoga. Hm, ja, danke für nichts! Generelle Ansagen wie „Du musst mehr für Dich tun“ bewirken in der Regel nur eines, nämlich ein schlechtes Gewissen, dass ich es nicht schaffe, täglich noch eine Stunde für ein erfüllendes Hobby in den Tag einzubauen. Und doch steckt in all jenem ein Fünkchen Wahrheit, dessen ich mir sehr bewusst bin. Es geht darum, nicht zu vergessen, was uns selbst gut tut. Achtsam dafür zu sein, was uns hilft, an unseren Kräften keinen Raubbau zu betreiben.

Auszeit Yoga

Natalia vom Blog simplylovelychaos ruft zur Blogparade #Tudiretwasgutes auf und bricht damit die allgemeinen Sätze auf ganz praktische Beispiele herunter. Es sind schon schöne Beiträge gesammelt worden, von Blogger*innen, die erzählen, was genau ihnen hilft, zur Ruhe zu kommen oder neue Energien frei zu setzen. Viele berichten auch, dass es gar nicht einfach ist, die Frage zu beantworten: was tut mir gut? Oft haben die Kinder und der Alltag so viel Einfluss auf uns, dass wir von uns selbst entfernt sind. Daher nehmt Euch ein paar Minuten Zeit, hört in Euch rein und findet große und kleine Dinge, die EUCH gut tun. Ich liste meine hier auch auf, vielleicht können Sie Euch zusätzlich Anregung sein.

Sechs Punkte für #tudiretwasgutes

Der Wecker. Früh.

Ich stelle mir den Wecker früher als nötig. Wenn ich dieses als ersten Tipp für etwas Gutes aufschreibe, lest Ihr diesen Beitrag bestimmt nicht zu Ende, oder? Aber es ist so! Diese halbe Stunde am Morgen, in der wir den ersten Kaffee im Bett trinken und den Schönen Morgen auf radio1 hören, ist meine kleine Kraftoase, bevor das Kinderwecken und Brotdosenfüllen beginnt. Überlege Dir, was Dir wichtig ist, um entspannt in den Tag zu starten.

Musik. Die Eine.

Jede Playlist würde mir bestätigen: Ich bin nicht polyamerös. Ich höre Musik nebenher, oft aus dem Radio oder was bei uns so läuft. Und ich höre die Musik gerne. Aber so für mich gibt es tatsächlich „die Eine“. Die Sängerin, deren Lieder ich mir anhöre, wenn ich nur für mich selbst Musik anmache. Ich verliere mich in ihren Texten, versinke in der Musik, ich drücke auf repeat, seit ein paar Jahren immer bei den gleichen CDs. Das ist vielleicht etwas speziell, aber wir alle kennen diesen Unterschied zwischen Musikberieselung nebenbei und der Musik, die uns wirklich abholt.

Ruhe Entspannung

Essen. Bewusst.

Die Hauptstadtkinder sind, was Essen betrifft, außerordentlich mäkelig wählerisch. Ihre spezielle Fähigkeit besteht darin, Gerichten schon anzusehen, ob diese schmecken oder nicht. Meist eher nicht. So habe ich es mir mit der Zeit angewöhnt, wenig Zeit mit Einkaufen oder aufs Stöbern in Rezepten zu verwenden. Milchreis und Nudeln mit Ketchup haben wir ja meist zu Hause. Doch ich merkte zunehmends (doppeldeutig!), dass ich für mich mit dieser Ernährung nicht mehr glücklich bin. Also kehre ich zurück zu Gemüsepfannen und ans Gewürzregal und koche zumindest am Wochenende wieder tolle Sachen. Für mich. Und weil ich schon dabei bin, die Kochbücher wieder in die Hand zu nehmen, profitieren auch die Kinder. Von wiedergefundenen Zimtschneckenrezepten, zum Beispiel.

Farben. Bunt.

Zwei Kinder und nur ein pinker Trinkbecher im Haus, das war über lange Zeit ein großer Streitpunkt beim Nachwuchs. Und natürlich habe ich mit den Worten geschlichtet, dass Becher in anderen Farben auch sehr schön seien. Aber eigentlich konnte ich die Kinder verstehen. Denn die Auswahl von Farben gehört zu den Dingen, die mir im Alltag gut tun. Möchte ich mich in ein rotes oder in ein blaues Handtuch wickeln, zahle ich drauf für farbige Geräte, die es in schwarz auch günstiger gibt, koche ich Kürbissuppe, weil ich Lust auf leuchtend orangenes Essen habe? Warum nicht: #Tudiretwasgutes muss schließlich nicht vernünftig sein.

Dinge. Anders.

Es gehört auch zur Auszeit im Alltag, Dinge bewusst nicht oder anders zu tun. Unser Alltag besteht aus vielen Routinen. Viele von ihnen tun uns gut, aber mitunter sind es auch die kleinen Abweichungen auf neue Wege, die uns beleben. Ist die Komfortzone heimelig und kuschelig oder ist sie nur scheinbar bequem? Manchmal liegt das nah beianander. Im Winter gehe ich morgens zum Beispiel fast automatisch zur Ubahn, dabei tut es so gut, für den Weg zur Arbeit wieder aufs Rad zu steigen. Und jeden Tag neu zu schauen, wonach ich mich fühle: bin ich müde und erschöpft oder freue ich mich auf Luft und Sonne.

Fernsehen. Gemeinsam.

Vom Fernsehen bekomt man viereckige Augen, die Fantasie leidet und Kinder verdummen. Ja, diese Sätze habe ich auch gut verinnerlicht und sie führen dazu, dass ich die Medienzeit für die Kinder einschränke. Aber nicht strikt. Am Abend, wenn wir alle geschafft vom Tag sind, ist es eine geliebte Auszeit für uns geworden, Kinderserien zu sehen. Es ist die Zeit, in der wir gemeinsam auf dem Sofa gammeln, die Kinder gespannt auf den Bildschirm sehen, ich eher den Blick aufs Tablet richte. Manchmal auch mit Licht aus und gezuckertem Popcorn. Aus der Mikrowelle. Das schlechte Gewissen der gängigen Erziehungsglaubenssätze überhören und das tun, was uns gemeinsam Spaß macht: auch etwas für #tudiretwasgutes.

Und zu guter Letzt: überlegt Euch nicht nur, was Euch gut tut, sondern auch, was Ihr gut macht. Listen wie 5 Dinge, die ich als Mutter gut mache helfen schon, das eigene Bild wieder gerade zu rücken, wenn wir an uns selber zweifeln.

Enstpannung Auszeit Mamaburnout

Erinnert Euch von Zeit zu Zeit an kleine Auszeiten im Alltag und pinnt Euch dafür den Beitrag auf pinterest. Nehmt Euch selbst wichtig.

Eure Svenja

Bilder aufgenommen auf der IGA/Gärten der Welt

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