Elternsätze: zu oft gesagt

Manche Sätze können wir nie zu oft sagen: „Ich liebe Dich.“ und „Ich bin stolz auf Dich.“ Sogar „Ich glaube, Du bist schon wieder gewachsen.“ hören meine Kinder mit großer Freude und einem Strahlen. Daneben gibt es natürlich auch einiges an Elternquatsch, was sich im Laufe eines Tages so ansammelt. Das sind Sätze aus der Kategorie „Du bist schneller, wenn Du die Stiefel an die Füße und nicht an die Hände ziehst“.

Es wäre schön, wenn das alles wäre. Wenn unsere Sprache nur Zuneigung oder Lustiges beinhaltete. Aber leider sage ich auch manches, was ich selbst nicht mehr hören kann. Sari vom Blog Heldenhaushalt hat zu genau diesen Sätze eine Blogparade gestartet: Zu oft gesagt. Und mich so daran erinnert, meine Elternsprache mal wieder genauer anzuschauen – und mich von einigen Sätzen zu verabschieden.

Was Kinder zu oft zu hören bekommen

Nett gemeint und wirkungslos

Wenn ich mein Kind nachmittags abhole und frage: „Wie war es in der Kita?“ lautet die Antwort „Schön.“ Und die Unterhaltung ist vorbei, bevor sie begonnen hat. Andere Fragen bringen uns viel mehr ins Gespräch. „Worüber hast Du heute gelacht?“ „Wie sähe ein Tag in der Kita aus, wenn Du bestimmen dürftest?“ „Welches Spielzeug aus der Kita gefällt Dir gerade am besten?“ Was unsere Kinder viel öfter zu hören bekommen sollten, ist, dass wir ihnen zuhören möchten.

Essen – aber richtig?

Ich habe im Beitrag über Tischmanieren für Kinder schon daüber gebloggt, dass ich eben diese Regeln nicht zu ernst nehme. Aber momentan erwische ich mich doch bei so gut wie jedem Essen, dass ich mindestens ein Mal „Setz Dich bitte ordentlich hin!“ und mindestens ein Mal „Iss bitte ordentlich!“ sage. Echt, es nervt. Mich vor allem, aber vermutlich das angesprochene Kind nicht minder. Und vor allem: es ändert ja auch nichts. Sonst würde ich mich ja nicht wie die Schallplatte mit Sprung wiederholen. Die Lösung also: Akzeptanz. Das Kind genau so essen und sitzen lassen, wie es möchte. Weil ich weiß, dass es das im 5-Sterne-Restaurant schon ordentlich könnte und das auch mal reichen sollte.

Typische Elternsätze - warum wir diese nicht mehr hören können und womit wir sie leicht ersetzen können.

Ach, nerv…

Es kommt natürlich nicht nur darauf an, was wir sagen, sondern auch wie. Ich kann mich selbst nicht mehr hören, wenn ich „Ach, Hauptstadtsohn*“ oder „Ach, Hauptstadttochter*“ (* richtige Namen einsetzen) sage und dabei genervt bis zum Umfallen klinge. Und ehrlich, ein stetes „Ach, Mama“ würde mich ja auch enttäuschen. Ich mache mir also bewusst, dass die Kinder in 99% der Fälle nichts für meine genervte Stimmung können und ich somit auch lieber still bis 5 zähle, als „Ach Du“ zu sagen.

Lass das bitte liegen

Kinder sind Jäger und Sammler und das ist mitten in Berlin eine echte Elternprüfung. Bei so gut wie allem möchte ich rufen „Lass das bitte liegen“ und vermutlich hören die Kinder das auch wirklich sehr oft. Und trotzdem habe ich ein paar Regeln, die den Kindern doch ein paar gute Funde erlauben. Stöcker, Äste und Steine dürfen sie alle mitnehmen, wenn sie diese eigenständig die Treppen hochtragen und auf dem Balkon lagern. Wirklicher Müll bleibt liegen oder kommt in die Tonne. Und dazwischen? Bei dem Gummitotenkopf neulich haben wir uns auf „sehr, sehr gut abwaschen“ geeinigt – und „Lass das bitte liegen“ habe ich nur gedacht.

Vieles bleibt eben ein Kompromiss. Und doch: Sprache ist mächtig und bewirkt so viel. Es tut gut, die eigenen Elternsätze hin und wieder auf den Prüfstand zu stellen. Fällt Euch auch etwas auf, was Ihr eigentlich gar nicht sagen möchtet und Doch aus Eurem Munde hört? Ich freue mich über Eure Kommentare oder auch über weitere Beiträge zur Blogparade #zuoftgesagt.

Eure Svenja

Das wollte ich doch nie sagen? Als Eltern die eigenen Sätze überdenken. Blogparade Zu oft gesagt.

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7 Replies to “Elternsätze: zu oft gesagt”

  1. Sari Kroschel

    Uff, du hast recht ,schon wieder fühle ich mich an mancher Stelle ertappt. Stöcker, Steine, Federn, wie oft sage ich, dass es sie liegen lassen sollen und ja, oft sind die Kinder die Personen, die unsere Stimmung am Häufigsten abbekommen.
    Danke für’s Mitmachen!

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    • Hauptstadtpflanze Author des Beitrags

      Wie schön! Der Satz an sich ist ja auch gut, aber bei uns läuft er nur ins Leere. Liebe Grüße!

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  2. Gabriel

    “Sag bitte und danke und drängel dich nicht vor“ war der Standardsatz meiner Eltern, was dazu geführt hat, daß ich immer danke gesagt habe bevor ich mich erfolglos versucht habe an meinen Geschwistern vorzudrängeln.

    Antwort
    • Hauptstadtpflanze Author des Beitrags

      Sehr höfliches Vordrängeln erlebt man ja eher selten. Vielleicht sollte ich den Satz in mein Repertoire aufnehmen.

      Antwort

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